Die umstrittene Wiederwahl von Präsident Pierre Nkurunziza im Jahr 2015 führte zu massiven Protesten.
Burundi steht vor erheblichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die umstrittene Wiederwahl von Präsident Pierre Nkurunziza im Jahr 2015 führte zu massiven Protesten, einem Putschversuch und einer humanitären Krise, bei der Hunderttausende Menschen fliehen mussten. Nach Nkurunzizas Tod im Jahr 2020 versprach sein Nachfolger Évariste Ndayishimiye Reformen und Versöhnung, doch die Menschenrechtslage bleibt prekär.
Einschüchterungen, willkürliche Festnahmen und das Verschwindenlassen von Personen sind weiterhin verbreitet, und die Regierung zeigt wenig Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung oder Aufarbeitung/Aufklärung. Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen, sind schnell Bedrohungen ausgesetzt und laufen Gefahr, verhaftet zu werden wie das Beispiel der Journalistin Floriane Irangabiye zeigt, die 2022 wegen Kritikäußerung an der Regierung zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde.
Auch die Medien- und Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Die Regierung verfolgt weiterhin Oppositionelle und kritische Stimmen, wie Berichte über willkürliche Verhaftungen zeigen.
DR Kongo Test
Die Regierung verfolgt weiterhin Oppositionelle und kritische Stimmen, wie Berichte über willkürliche Verhaftungen zeigen.
Präsident Ndayishimiye lobte die Imbonerakure für ihren Einsatz zur Sicherung der Landesordnung. Die Imbonerakure beteiligen sich auch an Militäreinsätzen im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) bei den Streitkräften der FRDC, was die regionale Stabilität zusätzlich beeinträchtigt.
Burundi steht vor großen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, da die Mehrheit der Bevölkerung auf Subsistenzwirtschaft angewiesen ist, was durch schlechte medizinische Versorgung und Nahrungsmittelknappheit erschwert wird.
Ebenso kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen auf Mitglieder und Anhänger*innen der Oppositionspartei CNL durch die Imbonerakure, der Jugendorganisation der Regierungspartei CNDD – FDD, die zum Teil wie eine Miliz agiert.
Unregelmäßige Regenfälle und häufigere Dürren verschärfen die Nahrungsmittelknappheit und treiben die Armut im Land weiter voran, während extreme Wetterereignisse die Infrastruktur zerstören und soziale Spannungen verstärken, was die Stabilität des Landes gefährdet.
Hohe Arbeitslosigkeit, Inflation und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie verschärfen die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen, die durch Bevölkerungswachstum, dichte Besiedlung, gewalttätige Konflikte und die Folgen des Klimawandels weiter belastet werden.
Fakten
Flagge
🇧🇮
Größe
27 834 km²
Bevölkerung
etwa 13,24 Millionen (2023)
Hauptstadt
Gitega (135. 467 Einwohner*innen), Bujumbura (frühere Hauptstadt und heutiges wirtschaftliches Zentrum)
Bevölkerungsdichte
476 pro km²
Staatsform
Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt
Präsident Évariste Ndayishimiye (seit 15.06.2020)
Exportsektor
Kaffee und Tee 46,1 %; Erze 13,8 %; Getränke 6,5 %
Demokratie Index
Platz 147/167 - Einordnung als autoritäres Regime
Pressefreiheitsindex
Platz 108/180 - Eingeordnet unter schwierige Lage
Human Development Index (HDI)
Platz 187/193 - Einordnung unter der Kategorie „niedrige menschliche Entwicklung“